Eine Glaskörperabhebung ist ein weitverbreiteter und oft ganz natürlicher Prozess, der mit zunehmendem Alter fast jeden betreffen kann. Viele Menschen bemerken die Veränderung ab dem 50. Lebensjahr durch plötzlich auftretende „fliegende Mücken“ oder Lichtblitze im Sichtfeld. Ursache hierfür ist die altersbedingte Schrumpfung des gelartigen Glaskörpers, der sich dabei langsam von der Netzhaut löst.
Obwohl dieser Vorgang in der Regel harmlos ist, können die Symptome beunruhigend wirken und sollten nicht ignoriert werden. In seltenen Fällen können Zugkräfte an der Netzhaut entstehen, die ein schnelles Handeln erfordern.
In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige über die Hintergründe, Warnsignale und wie wir Sie in unserer Augenarztpraxis in St. Gallen sicher durch die Diagnostik und Behandlung begleiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Natürlicher Alterungsprozess: Die Glaskörperabhebung ist meist ein normaler Vorgang ab dem 50. Lebensjahr, bei dem sich der schrumpfende Glaskörper von der Netzhaut löst.
- Typische Symptome: Warnsignale sind plötzlich auftretende „fliegende Mücken“ (Punkte/Fäden), Lichtblitze, Rußregen oder Schatten im Sichtfeld.
- Wichtiges Risiko: Obwohl der Prozess oft harmlos ist, können durch Zugkräfte gefährliche Netzhautrisse oder eine Netzhautablösung entstehen.
- Dringende Abklärung: Bei Symptomen (insbesondere Lichtblitzen oder Gesichtsfeldausfällen) ist eine sofortige augenärztliche Untersuchung notwendig, um Komplikationen auszuschließen.
- Prognose: Unkomplizierte Fälle benötigen keine Therapie, da sich das Gehirn an die Seheindrücke gewöhnt; nur Risse müssen (z. B. per Laser) behandelt werden.
Was ist eine Glaskörperabhebung?
Die Glaskörperabhebung ist ein ganz natürlicher Vorgang, der häufig ab dem mittleren Lebensalter auftritt. Dabei handelt es sich um eine altersbedingte Veränderung, bei der sich der Glaskörper langsam von der Netzhaut löst. Der Glaskörper selbst besteht zu etwa 99 % aus Wasser und ist von einem feinen Gerüst aus Kollagen und Hyaluronsäure durchzogen. Diese gelartige Struktur füllt den gesamten hinteren Augenabschnitt aus und sorgt für Stabilität sowie für die korrekte Lage der Netzhaut.
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Zusammensetzung des Glaskörpers. Der ursprünglich feste Zusammenhalt der gelartigen Struktur geht verloren, das Gewebe verflüssigt sich teilweise.
Ab einem Alter von etwa 50 Jahren befinden sich bereits rund 25 % des Glaskörpers in der Wasserphase, bei 80-Jährigen sogar über 60 %. Dadurch kommt es zu einer Schrumpfung und zu einer Ablösung von der Netzhaut, meist beginnend im hinteren Augenabschnitt.
Dieser Prozess ist medizinisch als hintere Glaskörperabhebung bekannt.

Symptome & Warnsignale: Wie bemerke ich eine Glaskörperabhebung?
Eine Glaskörperabhebung äußert sich typischerweise durch plötzlich wahrnehmbare Veränderungen im Sichtfeld.
Viele Betroffene bemerken sogenannte „fliegende Mücken“. Diese sind winzige, sich bewegende Punkte, Fäden oder spinnwebenartige Strukturen, die besonders beim Blick auf helle Flächen wie einen Bildschirm oder den Himmel auffallen. Diese Erscheinungen entstehen durch Schatten, die lichtundurchlässige Strukturen des sich lösenden Glaskörpers auf die Netzhaut werfen.
Bei einigen Patienten treten zudem Lichtblitze auf, die meist in der Dunkelheit oder beim schnellen Bewegen der Augen wahrgenommen werden. Das Augenflimmern entsteht durch mechanischen Zug des Glaskörpers an der empfindlichen Netzhaut.
Auch ein sogenannter „Rußregen“ kann ein Warnzeichen sein. Dieser „Regen“ manifestiert sich als dunkle Partikel, die wie herabfallender Staub wirken. In manchen Fällen sind kleine Blutungen in den Glaskörperraum die Ursache dieser Erscheinung.
Die Symptome sind meistens schmerzlos, jedoch sollten Sie sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Folgende Symptome treten bei einer Glaskörperabhebung typischerweise auf:
- Rußregen
- „fliegende Mücken“
- Lichtblitze
Wann sollte ein Augenarzt konsultiert werden?
Sobald Sie eine plötzliche Zunahme von Lichtblitzen, dunklen Punkten oder schwebenden Trübungen bemerken, empfehlen wir Ihnen dringend eine zeitnahe augenärztliche Untersuchung. Diese Symptome können zwar harmloser Natur sein, sie könnten aber auch auf eine beginnende Netzhautkomplikation hinweisen, etwa einen Riss oder eine Ablösung.
Insbesondere wenn das Gesichtsfeld plötzlich eingeschränkt erscheint, sich ein Schattenrand bildet oder wenn Sie einen Vorhang-Effekt bemerken, ist schnelles Handeln erforderlich.
Die Netzhaut ist ein äußerst empfindliches Gewebe. Wenn sich der Glaskörper in Teilen noch an der Netzhaut verankert, kann es beim Ablösungsprozess zu Zugspannungen kommen, die kleine Risse verursachen. Diese wiederum können unbehandelt in eine Netzhautablösung übergehen.
Ihre Sicherheit und Ihr Sehvermögen stehen für uns an erster Stelle. Warten Sie bei diesen Symptomen nicht ab, sondern lassen Sie sich untersuchen.
Wir untersuchen Sie in St. Gallen
Sie nehmen die Symptome einer Glaskörperabhebung wahr? Dann handeln Sie frühzeitig. In unserer Praxis in St. Gallen untersuchen wir Ihre Augen sorgfältig und beraten Sie individuell.

Ursachen & Risikofaktoren
Die häufigste Ursache für eine Glaskörperabhebung ist der natürliche Alterungsprozess des Auges. Durch biochemische Veränderungen innerhalb des Glaskörpers verliert dieser mit der Zeit seine gelartige Konsistenz und schrumpft. Dabei zieht er sich von der Netzhaut zurück. Diese Entwicklung ist ein ganz normaler Bestandteil des Alterns, dennoch verläuft sie nicht bei allen Menschen gleich.
Es gibt bestimmte Faktoren, die eine frühzeitige oder verstärkte Glaskörperabhebung begünstigen können. Hierzu zählt eine hohe Kurzsichtigkeit (Myopie), da das Auge bei dieser Fehlsichtigkeit länger gebaut ist, wodurch der Glaskörper stärker gespannt ist.
Aber auch operative Eingriffe wie eine Kataraktoperation (grauer Star), Verletzungen am Auge oder Entzündungen im Augeninneren können eine Glaskörperabhebung beschleunigen.
Metabolische Erkrankungen wie Diabetes mellitus erhöhen zusätzlich das Risiko, da sie die Struktur und Durchblutung des Auges beeinflussen können.
Arten der Glaskörperabhebung
In der Augenheilkunde wird zwischen verschiedenen Ausprägungen der Glaskörperabhebung unterschieden. Es kommt ganz darauf an, ob sich der Glaskörper nur teilweise oder komplett gelöst hat und an welcher Stelle dies geschieht. Das Risiko für die Netzhaut variiert.
Hintere vs. vordere Glaskörperabhebung
Die am häufigsten auftretende Form ist die hintere Glaskörperabhebung. Hierbei löst sich der Glaskörper im hinteren Bereich des Auges, also nahe der Netzhaut, ab. Diese Form ist in der Regel harmlos, kann aber mit auffälligen Symptomen einhergehen.
Eine vordere Glaskörperabhebung, bei der sich der Glaskörper im vorderen Augenabschnitt löst, ist seltener und tritt häufiger nach Traumata oder chirurgischen Eingriffen auf. Die vordere Abhebung kann komplexere Verläufe nehmen und ist seltener Gegenstand der Routineversorgung.
Vollständige vs. unvollständige Glaskörperabhebung
Bei einer vollständigen Glaskörperabhebung hat sich der Glaskörper vollständig von der Netzhaut gelöst. Diese Form ist meist unkompliziert und mit einem geringeren Risiko für Folgeerkrankungen verbunden.
Paradoxerweise ist es schlimmer, wenn die Abhebung unvollständig erfolgt. Dabei verbleiben einzelne Haftstellen des Glaskörpers an der Netzhaut. Diese Zugstellen können für Sie problematisch werden, da diese Spannungen bei Augenbewegungen mechanische Kräfte auf die Netzhaut ausüben. Hier steigt das Risiko für Netzhautrisse oder -löcher, die wiederum zu einer Netzhautablösung führen können.
Diagnose & Untersuchung
Die Diagnose einer Glaskörperabhebung erfolgt in der Regel im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung. Wir führen mit Ihnen ein ausführliches Gespräch, um Ihre Beschwerden richtig einordnen zu können.
Im Anschluss werden Ihre Pupillen mit Tropfen erweitert und Ihr Augenhintergrund wird genauer betrachtet. Hierbei lassen sich sowohl die Abhebung des Glaskörpers selbst als auch mögliche Begleitveränderungen wie Blutungen oder Netzhautrisse erkennen.
In manchen Fällen kann zusätzlich eine optische Kohärenztomographie (OCT) oder eine Ultraschalluntersuchung des Auges sinnvoll sein, um den Zustand des Glaskörpers und der Netzhaut detailliert darzustellen. Diese bildgebenden Verfahren sind schmerzfrei und geben uns wichtige Informationen über mögliche Risiken und den weiteren Verlauf der Erkrankung.
Behandlung & Nachbehandlung
In vielen Fällen verbessern sich die Symptome einer Glaskörperabhebung innerhalb einiger Monate von selbst. Um die Zeit bis zur Besserung zu überbrücken, können einfache Maßnahmen im Alltag helfen:
- Gezielte Augenbewegungen: Durch vorsichtiges Kreisen der Augen können störende Trübungen oft aus dem direkten Sichtfeld bewegt werden.
- Lichtschutz: Das Tragen einer Sonnenbrille bei hellem Licht sowie das Reduzieren der Bildschirmhelligkeit an digitalen Geräten mildern die Wahrnehmung von Blitzen und Trübungen ab.
Die auftretenden Symptome wie Lichtblitze oder Mouches volantes können für Sie zwar störend sein, lassen aber in der Regel mit der Zeit nach. Das Gehirn lernt, diese Eindrücke zu ignorieren, und der Leidensdruck nimmt meist innerhalb weniger Wochen bis Monate deutlich ab.
Operative Möglichkeiten bei Glaskörpertrübungen
Sollten die Beeinträchtigungen nach etwa einem Jahr nicht abgeklungen sein und Ihre Lebensqualität beim Lesen oder Autofahren erheblich einschränken, bietet die moderne Medizin effektive Lösungen.
Durch die sogenannte Vitrektomie (Glaskörperentfernung) kann der störende Glaskörper im Rahmen der minimalinvasiven Schlüssellochchirurgie präzise entfernt werden. Dieser Eingriff dauert in der Regel etwa 45–90 Minuten und wird je nach medizinischer Notwendigkeit ambulant oder stationär durchgeführt. Der entfernte Glaskörper wird durch die körpereigene Augenflüssigkeit ersetzt.
Verhaltensempfehlungen für Patienten
Vermeiden Sie in den ersten Tagen nach Auftreten der Symptome starke körperliche Anstrengung oder sportliche Aktivitäten mit ruckartigen Bewegungen. Sollten Sie neue Symptome bemerken oder bestehende sich verstärken, kontaktieren Sie uns bitte umgehend. In unserer Praxis nehmen wir Ihre Sorgen ernst und sind auch kurzfristig für Sie da.
Prognose bei einer Glaskörperabhebung
Die Prognose bei einer Glaskörperabhebung ist in den meisten Fällen sehr gut.
Die anfänglichen Sehstörungen wie Lichtblitze oder Trübungen lassen im Laufe der Zeit nach oder werden als weniger störend empfunden. Eine bleibende Beeinträchtigung des Sehvermögens ist bei unkomplizierten Verläufen nicht zu erwarten.
In Einzelfällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen. Diese treten besonders dann auf, wenn eine unvollständige Abhebung vorliegt oder die Netzhaut bereits vorgeschädigt war.
Gehen Sie frühzeitig zum Arzt, denn wird ein Netzhautriss rechtzeitig erkannt, lässt sich dieser heute mit modernen Laserverfahren effektiv und schonend behandeln.
Glaskörperabhebung in St. Gallen behandeln lassen
In unserer Augenarztpraxis in St. Gallen bieten wir Ihnen eine sorgfältige und umfassende Diagnostik bei Verdacht auf eine Glaskörperabhebung. Mit viel Erfahrung, modernen Untersuchungsmethoden und einem offenen Ohr für Ihre Beschwerden nehmen wir Ihre Symptome ernst.
Uns ist es wichtig, dass Sie sich verstanden und gut betreut fühlen, besonders bei plötzlich auftretenden Sehstörungen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Symptome harmlos oder behandlungsbedürftig sind, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren. Eine frühzeitige Abklärung schafft Sicherheit für Ihre Augen und Ihr Wohlbefinden.
FAQ – Häufige Fragen unserer Patienten
Kann eine Glaskörperabhebung zur Erblindung führen?
In der Regel führt eine Glaskörperabhebung nicht zur Erblindung. Kritisch wird es nur, wenn es im Zuge der Abhebung zu einem Netzhautriss oder einer Netzhautablösung kommt. Diese Komplikationen sind zwar selten, müssen aber sofort behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Gehen die „fliegenden Mücken“ wieder ganz weg?
Die Mouches volantes entstehen durch kleine Trübungen im Glaskörper. Bei vielen Betroffenen nimmt die Wahrnehmung dieser Erscheinungen mit der Zeit ab, entweder weil sie sich tatsächlich zurückbilden oder weil das Gehirn lernt, sie auszublenden.
In Einzelfällen bleiben die Trübungen dauerhaft bestehen, sind aber meist nicht behandlungsbedürftig. Nur wenn die Lebensqualität stark beeinträchtigt ist, kann eine operative Entfernung des Glaskörpers (eine sogenannte Vitrektomie) in Erwägung gezogen werden.
Kann das andere Auge auch betroffen sein?
Ja, bei vielen Patienten tritt die Glaskörperabhebung innerhalb eines gewissen Zeitraums auch am zweiten Auge auf. Meist geschieht dies innerhalb weniger Monate bis Jahre nach dem ersten Ereignis. Daher raten wir Ihnen, auch das andere Auge aufmerksam zu beobachten und bei ersten Anzeichen sofort eine Untersuchung durchführen zu lassen.

