Rote Augen – Ursachen, Symptome und Behandlung

Inhaltsverzeichnis

Rote Augen gehören zu den häufigsten Anliegen in unserer Sprechstunde. Oft steckt eine harmlose Reizung dahinter, manchmal aber auch eine Erkrankung, die rasch behandelt werden sollte.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Ursachen infrage kommen, woran Sie eine ernsthafte Beeinträchtigung erkennen und wann ein Termin beim Augenarzt sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rote Augen entstehen durch erweiterte oder geplatzte Blutgefässe der Bindehaut.
  • Häufige Ursachen sind Bindehautentzündungen, trockene Augen, Allergien und Überanstrengung.
  • Begleitsymptome wie Schmerzen, Sehverschlechterung oder Lichtempfindlichkeit deuten auf eine ernsthaftere Ursache hin.
  • Bei plötzlichem Sehverlust, starken Schmerzen oder nach Verletzungen ist eine sofortige augenärztliche Abklärung notwendig.
  • In der Augenarztpraxis St. Gallen erhalten Sie kurzfristig einen Termin, auch samstags und in Notfällen.

Ursachen und Auslöser roter Augen

Eine Rötung entsteht, wenn sich die feinen Blutgefässe der Bindehaut weiten oder ein Gefäss platzt. Die Auslöser sind vielseitig und können eine leichte Reizung oder eine ernsthafte Erkrankung sein. Eine genaue Diagnose ist wichtig, weil sich die Behandlung je nach Ursache deutlich unterscheidet.

Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) gehört zu den häufigsten Gründen für gerötete Augen. Sie kann durch Viren, Bakterien oder Allergene ausgelöst werden. Typisch sind ein brennendes oder kratzendes Gefühl, vermehrter Tränenfluss und teilweise eitrige Absonderungen am Morgen. Die virale Form ist besonders ansteckend und tritt häufig im Zusammenhang mit Erkältungen auf.

Bindehautunterblutung

Bei einer Bindehautunterblutung (Hyposphagma) platzt ein kleines Blutgefäss unter der Bindehaut. Das Auge erscheint plötzlich knallrot, oft auf einer klar abgegrenzten Fläche. Die Ursache ist meist harmlos: heftiges Husten, Niesen, starkes Pressen oder ein leichter Stoss genügen. Augenschmerzen oder Sehstörungen treten in der Regel nicht auf. Die Rötung verschwindet innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst.

Hornhautentzündung

Eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist deutlich ernster als eine Bindehautentzündung. Sie verursacht starke Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und ein deutlich beeinträchtigtes Sehen. Auslöser können Bakterien, Viren, Pilze oder Verletzungen sein. Bei Kontaktlinsenträgern erhöht mangelnde Hygiene das Risiko erheblich. Eine Keratitis muss zeitnah behandelt werden, da sie bleibende Schäden an der Hornhaut hinterlassen kann.

Trockene Augen

Beim sogenannten Sicca-Syndrom produziert das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit oder die Zusammensetzung der Tränen ist verändert. Die Folge sind brennende, gerötete Augen, oft begleitet von einem Fremdkörpergefühl. Stundenlange Bildschirmarbeit, Klimaanlagen, trockene Heizungsluft und das Tragen von Kontaktlinsen begünstigen die Beschwerden. Auch bestimmte Medikamente und hormonelle Veränderungen spielen eine Rolle.

Allergische Reaktionen

Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Kosmetika können eine allergische Bindehautentzündung auslösen. Charakteristisch sind beidseitige Rötung, starker Juckreiz und tränende Augen. Häufig kommen eine laufende Nase oder Niesattacken hinzu. Saisonale Beschwerden während der Pollenflugzeit sind besonders typisch.

Fremdkörper und Augenverletzungen

Sandkörner, Metallsplitter, Insekten oder Wimpern reizen die Augenoberfläche und führen zu sofortiger Rötung. Auch UV-Strahlung beim Schweissen ohne Schutzbrille oder ein Sonnenbrand der Hornhaut zählen dazu. Verletzungen durch Stösse, Verätzungen mit Reinigungsmitteln oder Sportunfälle sind augenärztliche Notfälle und gehören sofort untersucht.

Akuter Glaukomanfall

Ein akuter Anfall von grünem Star ist ein absoluter Notfall. Der Augeninnendruck steigt innerhalb kurzer Zeit dramatisch an. Betroffene klagen über starke Augenschmerzen, ausgeprägte Rötung, verschwommenes Sehen, Lichthöfe um Lichtquellen sowie Übelkeit und Erbrechen. Ohne sofortige Behandlung droht der Verlust der Sehkraft.

Uveitis

Bei einer Uveitis entzündet sich die mittlere Augenhaut. Sie äussert sich durch Rötung, Lichtempfindlichkeit, Schmerzen und nachlassende Sehschärfe. Häufig steckt eine systemische Erkrankung dahinter, etwa rheumatische Beschwerden oder Autoimmunprozesse. Eine Uveitis benötigt eine gezielte medikamentöse Therapie, um Folgeschäden zu verhindern.

Überanstrengung und Umweltfaktoren

Lange Bildschirmarbeit, wenig Schlaf, Rauch, Chlor im Schwimmbad oder starker Wind reizen die Augenoberfläche. Die Bindehautgefässe weiten sich, das Auge wirkt rot und müde. Solche Reizungen klingen meist nach Erholung und Befeuchtung wieder ab.

Symptome und typische Begleiterscheinungen

Eine Rötung allein verrät noch wenig über die Ursache. Entscheidend sind die Begleitsymptome, die häufig zusammen auftreten. Dazu gehören:

  • Augenbrennen, Juckreiz oder Fremdkörpergefühl
  • Tränenfluss oder eitriges Sekret
  • Schmerzen, drückend oder stechend
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verschwommenes Sehen oder Sehverschlechterung
  • Schwellung von Lid oder Bindehaut
  • Doppelbilder oder Lichtblitze

Treten Schmerzen, Sehstörungen oder Lichtempfindlichkeit auf, sollten Sie nicht abwarten. Diese Kombination spricht oft für eine ernsthafte Erkrankung der Hornhaut, der mittleren Augenhaut oder einen Druckanstieg im Auge.

Wir untersuchen Sie in St. Gallen

Sie haben gerötete Augen? Dann handeln Sie frühzeitig. In unserer Praxis in St. Gallen untersuchen wir Ihre Augen sorgfältig und beraten Sie individuell.

Robert Nagy: Porträtaufnahme eines jungen Mannes in ärztlicher Kleidung vor weißem Hintergrund. Er trägt einen weißen Kittel mit einem Namensaufdruck auf der linken Brustseite: „DR. ROBERT NAGY“. Darunter ist ein schwarzes Oberteil sichtbar. Die Person hat kurzes, braunes Haar und blickt mit neutralem Gesichtsausdruck direkt in die Kamera.

Wann sollten Sie mit roten Augen zum Augenarzt?

Eine leichte Rötung nach einem langen Tag am Bildschirm verschwindet meist nach einer Nacht Schlaf von selbst. Andere Beschwerden benötigen jedoch eine fachärztliche Abklärung. Suchen Sie zeitnah einen Augenarzt auf, wenn:

  • die Rötung länger als zwei bis drei Tage anhält.
  • starke Schmerzen oder ein Druckgefühl auftreten.
  • das Sehen plötzlich schlechter wird.
  • Lichtempfindlichkeit oder Lichtblitze auftreten.
  • Sie Kontaktlinsen tragen und die Beschwerden plötzlich beginnen.
  • ein Fremdkörper, eine Verletzung oder eine Verätzung vorliegt.
  • Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen hinzukommen.

In all diesen Fällen ist eine schnelle Untersuchung wichtig. Unsere Notfallpraxis in St. Gallen bietet kurzfristige Termine und prüft umgehend, woher die Beschwerden kommen.

Sonderfälle

Rote Augen bei Kindern

Bei Kindern stehen virale Bindehautentzündungen, Allergien und kleinere Verletzungen im Vordergrund. Auch verstopfte Tränenkanäle bei Säuglingen führen zu wiederkehrender Rötung mit gelblichem Sekret. Kinder klagen oft nicht klar über Schmerzen, daher sollten Eltern bei häufigem Augenreiben, Lichtmeiden oder Schiefhalten des Kopfes aufmerksam werden.

Für eine kindgerechte Untersuchung stehen unsere Kinderaugenärzte in St. Gallen gerne bereit.

Rote Augen bei Kontaktlinsenträgern

Wer Kontaktlinsen trägt, hat ein erhöhtes Risiko für Hornhautentzündungen und bakterielle Infektionen. Treten gerötete Augen, Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl auf, sollten die Linsen sofort entfernt werden. Eine Brille überbrückt die Zeit bis zur augenärztlichen Abklärung. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Linsen länger getragen wurden als empfohlen oder die Hygiene nicht eingehalten wurde.

Rote Augen im Alter

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Tränenproduktion. Trockene Augen werden häufiger. Auch chronische Lidrandentzündungen, das sogenannte Blepharitis-Syndrom, treten gehäuft auf. Hinzu kommen Erkrankungen wie der graue oder grüne Star, die ebenfalls Rötungen begünstigen können. Regelmässige Kontrollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Rote Augen am Morgen

Wer morgens mit geröteten Augen aufwacht, leidet häufig unter trockenen Augen oder einer Lidrandentzündung. Beim Schlafen schliesst das Lid bei manchen Personen nicht vollständig. Dadurch trocknet die Augenoberfläche aus. Auch verklebte Lider und Sekretbildung weisen auf eine Entzündung hin. Halten die Beschwerden über mehrere Tage an, ist eine Abklärung sinnvoll.

Chronisch rote Augen

Eine dauerhaft bestehende Rötung sollte immer untersucht werden. Hinter chronisch roten Augen stecken oft trockene Augen, eine Blepharitis, eine Rosazea-bedingte Augenbeteiligung oder eine schleichende Allergie. Auch unentdeckte Sehfehler und langes Bildschirmarbeiten ohne Pause spielen eine Rolle. 

Behandlungsmöglichkeiten bei roten Augen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung kommen antibiotische Augentropfen zum Einsatz. Allergische Reaktionen werden mit antiallergischen oder cortisonhaltigen Tropfen behandelt.

Trockene Augen sprechen meist gut auf Tränenersatzmittel und eine Anpassung der Umgebung an. Bei Hornhautentzündungen, einer Uveitis oder einem Glaukomanfall ist eine spezifische, oft intensive Therapie notwendig, die ausschliesslich beim Augenarzt erfolgt.

Was kann ich selbst tun?

Bei leichter Reizung helfen einfache Massnahmen:

  • Augen befeuchten mit künstlichen Tränen aus der Apotheke
  • Bildschirmarbeit unterbrechen, regelmässig blinzeln und in die Ferne blicken
  • Auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Arbeitsräumen achten
  • Make-up bei Reizung weglassen und Kontaktlinsen vorübergehend pausieren
  • Das Auge nicht reiben, da dies die Reizung verstärkt

Diese Massnahmen ersetzen keine ärztliche Behandlung, wenn die Beschwerden anhalten oder Begleitsymptome auftreten.

Welche Hausmittel helfen bei geröteten Augen?

Hausmittel können kurzfristig Linderung verschaffen, sind aber kein Ersatz für eine Diagnose. Bewährt haben sich:

  • Kühle, feuchte Kompressen für etwa zehn Minuten zur Linderung von Juckreiz und Schwellung
  • Warme Lidkompressen bei verstopften Liddrüsen oder Lidrandentzündungen
  • Lidrandhygiene mit speziellen Reinigungsprodukten aus der Apotheke

Klassische Empfehlungen wie Kamillentee oder Gurkenscheiben werden häufig genannt, können jedoch Allergien auslösen oder Keime an die empfindliche Augenoberfläche bringen. Geprüfte Produkte aus der Apotheke sind die sicherere Wahl.

Verlauf, Prognose und mögliche Komplikationen

Harmlose Reizungen klingen meist innerhalb weniger Tage ab.

Eine virale Bindehautentzündung dauert oft ein bis zwei Wochen, eine Bindehautunterblutung verschwindet von selbst. Bakterielle Entzündungen heilen unter Therapie zügig ab. 

Anders sieht es bei Hornhautentzündungen, einer Uveitis oder einem Glaukomanfall aus. Hier drohen ohne Behandlung bleibende Schäden hin zum Sehverlust. Die rechtzeitige Diagnose entscheidet massgeblich über den weiteren Verlauf.

Rote Augen vorbeugen: Tipps für den Alltag

Viele Reizungen lassen sich mit einfachen Gewohnheiten vermeiden:

  • Bei Bildschirmarbeit alle 20 Minuten kurz in die Ferne blicken
  • Ausreichend trinken und auf eine gute Raumluft achten
  • Kontaktlinsen nur mit sauberen Händen einsetzen und nie länger tragen als empfohlen
  • Bei Wind, Sonne oder beim Sport eine Schutz- oder Sonnenbrille tragen
  • Augen-Make-up regelmässig austauschen und keine Produkte teilen
  • Pollen vor dem Schlafengehen durch Haarewaschen reduzieren
  • Augen niemals mit ungewaschenen Händen reiben

Wer regelmässig unter geröteten Augen leidet, sollte die Ursache abklären lassen. Oft genügen kleine Anpassungen, um eine deutliche Besserung zu erzielen.

Risikogruppen

Bestimmte Personengruppen haben ein höheres Risiko für gerötete Augen und Augenerkrankungen:

  • Kontaktlinsenträger, besonders bei langer Tragezeit oder mangelnder Hygiene
  • Personen mit langer Bildschirmtätigkeit
  • Pollenallergiker, vor allem im Frühjahr und Sommer
  • Diabetiker und Personen mit Autoimmunerkrankungen
  • Senioren mit altersbedingten Veränderungen der Augenoberfläche
  • Kinder mit häufigen Atemwegsinfekten
  • Personen mit Hauterkrankungen wie Rosazea oder Neurodermitis

Diese Gruppen profitieren besonders von regelmässigen augenärztlichen Kontrollen.

Rote Augen in St. Gallen abklären lassen

Wenn Ihre Augen gerötet sind und nicht von selbst abheilen, lohnt sich ein Termin in der Augenarztpraxis St. Gallen. Unter der Leitung von Dr. med. (H) Robert Nagy klären wir mit moderner Diagnostik die Ursache und besprechen mit Ihnen die passende Behandlung. Unsere Praxis am Roten Platz liegt zentral in St. Gallen und ist gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.

Bei akuten Beschwerden erhalten Sie kurzfristig einen Termin. Wir sind auch samstags für Sie da. Vereinbaren Sie einfach online oder telefonisch einen Termin. 

Dr. med. (H) Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy ist ein erfahrener Facharzt für Augenheilkunde mit fundierter Ausbildung und internationaler Spezialisierung. Seine medizinische Laufbahn führte ihn an renommierte Kliniken in der Schweiz, Grossbritannien und den USA.

Er vereint höchste fachliche Kompetenz mit einem ausgeprägten Einfühlungsvermögen – Eigenschaften, die seine Patienten besonders an ihm schätzen.

Hier können Sie mehr über Dr. Richard Nagy erfahren.
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