Gerötete Augen, verklebte Lider am Morgen und ein Gefühl, als wäre Sand im Auge: Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) gehört zu den häufigsten Gründen für einen Besuch beim Augenarzt. Meist stecken Viren oder Bakterien dahinter, oft auch eine Allergie. In vielen Fällen heilt die Entzündung folgenlos ab. Einige Formen sind jedoch hoch ansteckend.
In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie eine Bindehautentzündung erkennen, wie Sie Ihr Umfeld vor einer Ansteckung schützen und wann ein Termin in unserer Praxis in St. Gallen sinnvoll ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine Entzündung der dünnen Schleimhaut, die das Augenweiss und die Innenseite der Lider überzieht. Typisch sind Rötung, Brennen, Fremdkörpergefühl und Absonderungen.
- Die häufigsten Auslöser sind Viren, Bakterien und Allergien. Daneben können Reizstoffe, trockene Augen oder Kontaktlinsen die Bindehaut entzünden.
- Virale und bakterielle Formen sind ansteckend. Gründliches Händewaschen und eigene Handtücher sind der wichtigste Schutz für Ihr Umfeld.
- Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, bei Allergien helfen antiallergische Augentropfen.
- Starke Schmerzen, schlechteres Sehen oder ausgeprägte Lichtempfindlichkeit gehören umgehend in augenärztliche Hände.
Was ist eine Bindehautentzündung?
Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine dünne, durchsichtige Schleimhaut. Sie überzieht den vorderen, weissen Teil des Augapfels und kleidet die Innenseite der Ober- und Unterlider aus. Zusammen mit dem Tränenfilm hält sie die Augenoberfläche feucht und wehrt Krankheitserreger ab.
Bei einer Bindehautentzündung reagiert diese Schleimhaut auf einen Reiz: auf Viren, Bakterien, Allergene oder äussere Einflüsse wie Rauch und Chlorwasser. Die feinen Blutgefässe der Bindehaut weiten sich, das Auge wird rot und sondert vermehrt Flüssigkeit ab.
Eine Bindehautentzündung kann akut auftreten und nach wenigen Tagen abklingen oder chronisch über Wochen bestehen. Betroffen sind Menschen jeden Alters, besonders häufig Kinder.
Symptome einer Bindehautentzündung
Die Beschwerden entwickeln sich meist innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen. Wie stark sie ausfallen, hängt von der Ursache ab. Typische Symptome sind:
- Rötung des Augenweiss, oft besonders deutlich in den Augenwinkeln
- Brennen, Jucken oder ein Fremdkörpergefühl, als wäre Sand im Auge
- Vermehrter Tränenfluss oder wässrige Absonderungen
- Gelbliches, zähes Sekret, das die Lider über Nacht verklebt
- Geschwollene Augenlider und eine geschwollene Bindehaut
- Leichte Lichtempfindlichkeit
Die Sehschärfe bleibt bei einer unkomplizierten Bindehautentzündung in der Regel erhalten. Verschwommenes Sehen, das sich durch Blinzeln bessert, entsteht meist durch Sekret auf der Hornhaut.
Woran erkenne ich eine Bindehautentzündung?
Eine Bindehautentzündung erkennen Sie an der Kombination aus gerötetem Auge, Absonderungen und einem kratzenden oder brennenden Gefühl, ohne dass das Sehen dauerhaft schlechter wird. Oft ist zuerst ein Auge betroffen, das zweite folgt nach einigen Tagen. Starkes Jucken an beiden Augen spricht eher für eine Allergie, verklebte Lider mit gelblichem Sekret eher für Bakterien.
Nicht jedes rote Auge ist eine Bindehautentzündung. Auch eine Entzündung der Hornhaut oder der Regenbogenhaut, ein akuter Glaukomanfall oder ein Fremdkörper können ähnliche Zeichen verursachen. Bestehen Schmerzen oder Sehstörungen, braucht es deshalb eine augenärztliche Untersuchung.
Formen und Ursachen der Bindehautentzündung
Augenärzte unterscheiden infektiöse Formen, die durch Krankheitserreger entstehen, von nicht infektiösen Formen. Diese Einteilung entscheidet darüber, ob die Entzündung ansteckend ist und welche Behandlung hilft.
Virale Bindehautentzündung
Viren sind bei Erwachsenen die häufigste Ursache einer infektiösen Bindehautentzündung. Meist handelt es sich um Adenoviren, die auch Erkältungen auslösen. Das Auge tränt stark, die Absonderungen sind wässrig und klar. Häufig beginnt die Entzündung an einem Auge und greift einige Tage später auf das andere über.
Eine besonders ansteckende Form ist die Keratoconjunctivitis epidemica. Sie betrifft neben der Bindehaut auch die Hornhaut und breitet sich in Familien, Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen leicht aus. Typisch sind ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl und ein geschwollener Lymphknoten vor dem Ohr. Nach dem Abklingen kann das Sehen durch kleine Trübungen der Hornhaut noch einige Wochen leicht verschwommen sein.
Bakterielle Bindehautentzündung
Bakterielle Bindehautentzündungen entstehen vor allem durch Staphylokokken, Streptokokken oder Haemophilus-Bakterien. Kennzeichnend ist ein gelbliches bis grünliches, zähes Sekret. Am Morgen sind die Lider oft so verklebt, dass sich das Auge kaum öffnen lässt.
Seltener stecken Chlamydien oder Gonokokken dahinter. Diese Erreger werden sexuell oder bei der Geburt übertragen. Sie verursachen hartnäckige oder sehr heftige Verläufe, die eine gezielte Therapie erfordern.
Allergische Bindehautentzündung
Bei einer allergischen Bindehautentzündung reagiert das Immunsystem auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Im Vordergrund steht starkes Jucken, meist an beiden Augen gleichzeitig. Dazu kommen tränende Augen, geschwollene Lider und oft Niesen oder Fliessschnupfen.
Die saisonale Form tritt während der Pollenzeit auf. Bei Allergien gegen Milben oder Tierhaare bestehen die Beschwerden häufig das ganze Jahr. Eine allergische Konjunktivitis ist nicht ansteckend.
Weitere nicht-infektiöse Auslöser: Reizstoffe, trockene Augen, Kontaktlinsen
Auch ohne Erreger oder Allergie kann sich die Bindehaut entzünden. Typische Auslöser sind:
- Reizstoffe: Rauch, Staub, Chlorwasser im Schwimmbad, Kosmetika oder Dämpfe von Reinigungsmitteln.
- UV-Strahlung: etwa beim Skifahren ohne Sonnenbrille oder durch ungeschütztes Schweisslicht.
- Trockene Augen: Ein instabiler Tränenfilm reizt die Bindehaut dauerhaft und begünstigt chronische Entzündungen.
- Kontaktlinsen: Mangelnde Pflege, zu lange Tragezeiten oder Ablagerungen auf den Linsen reizen die Bindehaut.
- Augentropfen: Konservierungsstoffe können bei längerem Gebrauch eine Reizung auslösen.
- Lidrandentzündung: Eine chronische Entzündung der Lidränder (Blepharitis) greift häufig auf die Bindehaut über.
| Merkmal | Viral | Bakteriell | Allergisch |
|---|---|---|---|
| Häufige Auslöser | Adenoviren, oft zusammen mit einer Erkältung | Staphylokokken, Streptokokken, Haemophilus | Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare |
| Betroffene Augen | beginnt meist an einem Auge, das zweite folgt | häufig erst ein Auge, später beide | meist beide gleichzeitig |
| Leitsymptom | Rötung, starkes Tränen, Fremdkörpergefühl | Rötung, verklebte Lider am Morgen | starkes Jucken |
| Sekret | wässrig, klar | gelblich bis grünlich, zäh | wässrig, teils fadenziehend |
| Begleitsymptome | Erkältung, geschwollener Lymphknoten vor dem Ohr | bei Kindern oft Erkältung oder Mittelohrentzündung | Niesen, Fliessschnupfen, geschwollene Lider |
| Ansteckend | ja, sehr | ja | nein |
| Behandlung | Tränenersatz, kühle Kompressen, Hygiene | antibiotische Tropfen oder Salbe | antiallergische Augentropfen, Allergen meiden |
| Typische Dauer | 1 bis 3 Wochen | mit Behandlung wenige Tage, sonst 1 bis 2 Wochen | solange der Allergenkontakt besteht |
Ist eine Bindehautentzündung ansteckend?
Ja, virale und bakterielle Bindehautentzündungen sind ansteckend. Allergische und durch Reizstoffe ausgelöste Formen sind es nicht. Die Erreger befinden sich in der Tränenflüssigkeit und im Sekret. Sie gelangen über Hände, Handtücher, Kissen oder gemeinsam genutzte Gegenstände an andere Augen.
Am häufigsten verbreitet sich die Infektion, wenn Betroffene sich die Augen reiben und danach Türklinken, Handys oder andere Menschen berühren. Adenoviren bleiben auf Oberflächen über Tage bis Wochen ansteckend. Deshalb breitet sich die virale Form in Familien, Kitas und Büros oft schnell aus.
Wie lange besteht Ansteckungsgefahr?
Eine virale Bindehautentzündung ist meistens solange ansteckend, wie das Auge gerötet ist und tränt. Bei der Keratoconjunctivitis epidemica sind das häufig rund zwei Wochen, manchmal länger. Eine bakterielle Bindehautentzündung ist in der Regel bis etwa 24 bis 48 Stunden nach Beginn einer antibiotischen Behandlung ansteckend. Ohne Behandlung besteht die Ansteckungsgefahr, bis die Absonderungen abgeklungen sind.
Hygieneregeln für Betroffene und Angehörige
Mit wenigen, konsequent eingehaltenen Massnahmen schützen Sie Ihre Familie und Ihr Umfeld:
- Waschen Sie sich die Hände gründlich mit Seife, besonders nach jeder Berührung der Augen und nach dem Eintropfen.
- Reiben Sie die Augen möglichst nicht. Entfernen Sie Sekret mit einem frischen Wattepad und entsorgen Sie es sofort.
- Benutzen Sie eigene Handtücher und Waschlappen und wechseln Sie diese täglich.
- Wechseln Sie den Kissenbezug häufiger und waschen Sie ihn bei mindestens 60 Grad.
- Verzichten Sie auf Händeschütteln und meiden Sie Schwimmbäder, bis die Entzündung abgeheilt ist.
- Reinigen Sie Türklinken, Lichtschalter und Ihr Handy regelmässig.
Augentropfen, Handtücher und Augen-Make-up gehören bei einer Bindehautentzündung nur Ihnen. Schon ein gemeinsam benutztes Tropffläschchen reicht aus, um die Infektion weiterzugeben. Entsorgen Sie angebrochene Mascara und Kajalstifte nach dem Abheilen, damit Sie sich nicht erneut anstecken.
In diesen Fällen sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen
Viele Bindehautentzündungen verlaufen mild. Trotzdem lohnt sich eine Abklärung. Erst die Untersuchung zeigt, ob Viren, Bakterien oder eine Allergie dahinterstecken. Davon hängt ab, welche Behandlung wirkt. Wir empfehlen einen Termin beim Augenarzt, wenn:
- sich die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht bessern oder zunehmen,
- eitriges Sekret die Lider verklebt,
- Sie Kontaktlinsen tragen,
- ein Säugling oder Kleinkind betroffen ist,
- die Entzündung immer wieder auftritt oder länger als vier Wochen besteht,
- Ihr Immunsystem durch eine Erkrankung oder Medikamente geschwächt ist.
Bei starken Augenschmerzen, deutlich schlechterem Sehen, ausgeprägter Lichtscheu oder farbigen Ringen um Lichtquellen sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen. Das Gleiche gilt nach einer Verletzung oder wenn Chemikalien ins Auge gelangt sind. Diese Zeichen sprechen gegen eine einfache Bindehautentzündung und erfordern eine Untersuchung noch am selben Tag.
Besondere Situationen
Bei Kindern, Neugeborenen und Kontaktlinsenträgern verläuft eine Bindehautentzündung anders oder birgt besondere Risiken. In diesen Fällen gelten eigene Regeln.
Wir untersuchen Ihr Auge in St. Gallen
Ihr Auge ist gerötet, verklebt oder brennt? In unserer Praxis in St. Gallen klären wir die Ursache Ihrer Beschwerden ab und beginnen mit der passenden Behandlung.

Bindehautentzündung bei Kindern
Kinder erkranken deutlich häufiger an einer Bindehautentzündung als Erwachsene. In Kita, Kindergarten und Schule haben sie engen Kontakt, reiben sich oft die Augen und waschen sich seltener die Hände. Anders als bei Erwachsenen sind bei Kindern Bakterien eine häufige Ursache, oft zusammen mit einer Erkältung oder Mittelohrentzündung.
Lassen Sie eine Bindehautentzündung bei Ihrem Kind ärztlich abklären, besonders bei eitrigem Sekret, Fieber oder geschwollenen Lidern. Ob Ihr Kind die Kita oder Schule besuchen darf, legt in der Schweiz die jeweilige Einrichtung fest. Fragen Sie deshalb dort nach, welche Vorgaben gelten.
Bindehautentzündung bei Neugeborenen
Eine Bindehautentzündung in den ersten Lebenswochen gehört immer in ärztliche Hände. Sie kann durch Erreger entstehen, die das Kind während der Geburt aufnimmt, beispielsweise Chlamydien oder Gonokokken. Ohne Behandlung können diese Infektionen die Hornhaut schädigen.
Nicht jedes verklebte Auge bei einem Säugling ist allerdings eine Entzündung. Häufig ist der Tränenkanal noch nicht vollständig geöffnet. Die Tränen fliessen dann nicht ab und das Auge verklebt, ohne gerötet zu sein. Auch diesen Befund sollte ein Augenarzt beurteilen.
Zeigt Ihr Säugling ein gerötetes Auge mit Eiter oder geschwollenen Lidern, warten Sie nicht ab. Bei Neugeborenen kann eine Bindehautentzündung rasch fortschreiten. Eine frühe Untersuchung schützt die Hornhaut Ihres Kindes.
Bindehautentzündung bei Kontaktlinsenträgern
Kontaktlinsenträger sollten beim ersten Anzeichen einer Bindehautentzündung diese herausnehmen und bis zur vollständigen Abheilung eine Brille tragen. Unter der Linse finden Erreger ideale Bedingungen. Das erhöht das Risiko, dass sich die Entzündung auf die Hornhaut ausweitet.
Eine solche Hornhautentzündung (Keratitis) durch Bakterien oder Akanthamöben kann die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigen. Schmerzen, Lichtscheu und ein weisslicher Fleck auf der Hornhaut sind Warnzeichen für einen Notfall. Ersetzen Sie Linsen, Behälter und Pflegemittel nach der Erkrankung durch neue.
Manche Kontaktlinsenträger entwickeln zudem eine chronische Reizung der Bindehaut unter dem Oberlid. Dann kann eine Tragepause oder ein Wechsel des Linsentyps nötig sein.
Diagnose beim Augenarzt
Die Diagnose stellt der Augenarzt meist anhand Ihrer Schilderung und einer Untersuchung des Auges. Wichtige Fragen sind: Seit wann bestehen die Beschwerden? Ist ein Auge betroffen oder beide? Juckt das Auge oder brennt es? Gibt es Erkrankte in Ihrem Umfeld?
Mit der Spaltlampe, einem speziellen Mikroskop, beurteilt der Augenarzt Bindehaut, Lider und Hornhaut in starker Vergrösserung. Häufig klappt er dazu das Oberlid um, um auch die Innenseite zu sehen. Ein gelber Farbstoff (Fluorescein) macht Verletzungen oder Entzündungen der Hornhaut sichtbar. Ergänzend werden die Sehschärfe geprüft und die Lymphknoten vor dem Ohr abgetastet.
Bei schweren, hartnäckigen oder wiederkehrenden Verläufen kann ein Abstrich sinnvoll sein. Er zeigt, welcher Erreger die Entzündung verursacht und unterstützt uns bei der Wahl des passenden Medikaments.
Behandlung einer Bindehautentzündung
Die Behandlung einer Bindehautentzündung richtet sich nach ihrer Ursache. Das oberste Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern, die Heilung zu unterstützen und Komplikationen an der Hornhaut zu vermeiden.
Behandlung je nach Ursache
Je nach Auslöser kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz:
- Bakterielle Bindehautentzündung: Antibiotische Augentropfen oder -salben verkürzen die Krankheitsdauer und senken die Ansteckungsgefahr. In der Schweiz sind sie rezeptpflichtig. Wenden Sie sie so lange an wie verordnet, auch wenn das Auge schon früher besser aussieht.
- Virale Bindehautentzündung: Gegen Adenoviren helfen keine Antibiotika. Im Vordergrund stehen Tränenersatzmittel, kühle Kompressen und konsequente Hygiene. Bei starker Entzündung oder Trübungen der Hornhaut kann der Augenarzt vorübergehend entzündungshemmende Tropfen einsetzen. Eine Infektion mit Herpesviren wird gezielt mit antiviralen Mitteln behandelt.
- Allergische Bindehautentzündung: Antiallergische Augentropfen mit Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren lindern Jucken und Rötung. Bei einer bekannten Pollenallergie lohnt es sich, schon vor Beginn der Saison damit zu starten.
- Nicht infektiöse Ursachen: Hier steht die Behandlung des Auslösers im Vordergrund, etwa trockener Augen, einer Lidrandentzündung oder ungeeigneter Kontaktlinsen.
Kortisonhaltige Augentropfen sollten Sie nur nach einer augenärztlichen Untersuchung anwenden. Bei einer unerkannten Herpes-Infektion oder Hornhautverletzung können sie den Verlauf deutlich verschlechtern.
Was Sie selbst tun können
Neben der ärztlichen Behandlung tragen einfache Massnahmen viel zur Heilung bei:
- Reinigen Sie die Lider morgens vorsichtig mit einem Wattepad und abgekochtem, lauwarmem Wasser. Verwenden Sie für jedes Auge ein frisches Pad.
- Kühle, saubere Kompressen lindern Jucken und Schwellung.
- Konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel spülen Reizstoffe aus und beruhigen die Bindehaut.
- Berühren Sie beim Eintropfen das Auge nicht mit der Spitze des Fläschchens.
- Verzichten Sie auf Kontaktlinsen und Augen-Make-up, bis die Entzündung abgeheilt ist.
- Schützen Sie lichtempfindliche Augen mit einer Sonnenbrille.
Hausmittel: Was hilft und was schadet
Viele Hausmittel gegen eine Bindehautentzündung kursieren seit Generationen. Einige davon schaden dem Auge mehr, als sie nützen. Kamillentee ist dafür das bekannteste Beispiel: Er ist nicht keimfrei und kann allergische Reaktionen auslösen. Feine Pflanzenteilchen können die entzündete Bindehaut zusätzlich reizen.
Ähnliches gilt für Quarkwickel, Honig oder Muttermilch im Auge. Sie bringen zusätzliche Keime an die Augenoberfläche und verzögern im ungünstigen Fall eine wirksame Behandlung. Bewährt haben sich dagegen kühle Kompressen mit sauberem Wasser und Tränenersatzmittel aus der Apotheke.
Verzichten Sie bei einer Bindehautentzündung auf Kamillentee, Kräuterauflagen und Kompressen mit Pflanzenextrakten. Sie können die Entzündung verstärken oder eine Allergie auslösen. Eine kühle Kompresse mit sauberem Wasser lindert die Beschwerden ohne dieses Risiko.
Dauer und Verlauf
Wie lange eine Bindehautentzündung besteht, hängt von der Ursache ab:
- Bakteriell: Mit antibiotischen Tropfen bessern sich die Beschwerden meist innerhalb von zwei bis drei Tagen. Ohne Behandlung heilt die Entzündung oft innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab.
- Viral: Eine virale Bindehautentzündung dauert in der Regel ein bis drei Wochen. Bei der Keratoconjunctivitis epidemica können Sehstörungen durch Hornhauttrübungen noch Wochen bis Monate anhalten.
- Allergisch: Die Beschwerden bestehen, solange der Kontakt zum Allergen anhält und klingen mit der passenden Behandlung rasch ab.
Die meisten Bindehautentzündungen heilen ohne bleibende Schäden ab. Komplikationen entstehen vor allem dann, wenn die Hornhaut mitbetroffen ist oder eine Infektion durch seltene Erreger unbehandelt bleibt. Hält eine Entzündung länger als vier Wochen an, sprechen Augenärzte von einer chronischen Bindehautentzündung. Dann gilt es, die Ursache genauer zu suchen.
Einer Bindehautentzündung vorbeugen
Einer infektiösen Bindehautentzündung beugen Sie vor allem mit guter Handhygiene vor. Fassen Sie sich möglichst selten mit ungewaschenen Händen an die Augen, besonders in der Erkältungszeit und in Gemeinschaftseinrichtungen. Weitere Massnahmen:
- Pflegen Sie Kontaktlinsen nach Herstellerangaben, halten Sie die Tragezeiten ein und tragen Sie die Linsen nie beim Schwimmen oder Duschen.
- Schützen Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille vor UV-Strahlung und im Schwimmbad mit einer Schwimmbrille vor Chlorwasser.
- Lassen Sie eine vermutete Allergie abklären. Bei bekannter Pollenallergie können frühzeitig angewendete Augentropfen Beschwerden verhindern.
- Behandeln Sie trockene Augen und Lidrandentzündungen konsequent, damit die Bindehaut nicht dauerhaft gereizt wird.
- Teilen Sie keine Handtücher, Kosmetika oder Augentropfen mit anderen.
Bindehautentzündung in St. Gallen abklären lassen
Ein gerötetes, verklebtes Auge ist unangenehm und verunsichert viele Betroffene. In unserer Augenarztpraxis am Roten Platz, direkt beim Bahnhof St. Gallen, klären wir Ihre Beschwerden sorgfältig und zeitnah ab.
- Kurzfristige Termine: Akute Beschwerden haben bei uns hohe Priorität. Wir organisieren Ihnen zeitnah einen Termin, auch am Samstag.
- Präzise Diagnostik: Mit der Spaltlampe und weiteren modernen Untersuchungsgeräten unterscheiden wir eine Bindehautentzündung zuverlässig von ernsteren Ursachen eines roten Auges.
- Behandlung ohne Umwege: Notwendige Medikamente geben wir Ihnen bei Bedarf direkt in der Praxis mit, damit Sie die Therapie sofort beginnen können.
- Für Kinder und Erwachsene: Wir untersuchen Säuglinge, Kinder und Erwachsene mit derselben Sorgfalt und beziehen Eltern in jeden Schritt ein.
- Für alle zugänglich: Wir rechnen mit allen Schweizer Krankenkassen ab.
Vereinbaren Sie Ihren Termin online oder telefonisch. Bei plötzlichen Schmerzen oder Sehstörungen rufen Sie uns bitte direkt an.
Häufige Fragen unserer Patienten zur Bindehautentzündung
Kann eine Bindehautentzündung von alleine heilen?
Ja, viele virale und leichte bakterielle Bindehautentzündungen heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Eine augenärztliche Untersuchung ist dennoch sinnvoll, weil nur sie die Ursache klärt und ernstere Erkrankungen ausschliesst. Bei bakteriellen Infektionen verkürzen antibiotische Tropfen die Krankheits- und Ansteckungsdauer
Darf ich mit einer Bindehautentzündung arbeiten gehen?
Bei einer allergischen oder reizbedingten Bindehautentzündung dürfen Sie arbeiten gehen. Bei einer ansteckenden Form hängt es vom Beruf ab. Wer eng mit Menschen arbeitet, etwa in der Pflege, in der Kinderbetreuung oder in Arztpraxen, sollte zu Hause bleiben, bis keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Im Büro genügt bei leichtem Verlauf oft strenge Hygiene, am besten nach Rücksprache mit Ihrem Augenarzt.
Helfen rezeptfreie Augentropfen aus der Apotheke?
Konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel lindern Brennen und Fremdkörpergefühl und eignen sich bei jeder Form der Bindehautentzündung. Gegen eine allergische Konjunktivitis gibt es auch rezeptfreie antiallergische Tropfen. Gefässverengende Tropfen, die das Auge “weiß” machen, überdecken die Rötung nur und sollten nicht länger als wenige Tage angewendet werden. Antibiotische Augentropfen sind in der Schweiz rezeptpflichtig.
Warum ist oft zuerst nur ein Auge betroffen?
Eine infektiöse Bindehautentzündung beginnt meist an dem Auge, an das die Erreger zuerst gelangen, häufig über die Hände. Durch Reiben oder gemeinsam benutzte Tücher wandern sie innerhalb weniger Tage auf das zweite Auge. Allergische Bindehautentzündungen betreffen dagegen meist von Anfang an beide Augen. Bleibt ein rotes Auge dauerhaft einseitig und schmerzt es, sollte ein Augenarzt andere Ursachen ausschliessen.
Kann eine Bindehautentzündung chronisch werden?
Ja. Hält eine Bindehautentzündung länger als vier Wochen an oder kehrt sie immer wieder, sprechen Augenärzte von einer chronischen Konjunktivitis. Häufige Ursachen sind trockene Augen, eine Lidrandentzündung, eine Allergie, Kontaktlinsen oder Konservierungsstoffe in Augentropfen. Seltener steckt eine Chlamydien-Infektion dahinter.

