Geschwollene Augen: Ursachen erkennen und richtig handeln

Inhaltsverzeichnis

Geschwollene Augen haben viele Gesichter. Ein verquollenes Oberlid nach einer kurzen Nacht ist etwas anderes als eine gerötete, schmerzhafte Schwellung an einem Auge. Während beidseitige Beschwerden oft auf Allergien oder Lebensgewohnheiten hindeuten, spricht eine einseitige, schmerzhafte Schwellung eher für eine lokale Entzündung wie ein Gersten- oder Hagelkorn. 

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige über die Ursachen, Warnsignale und Behandlungsmöglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, in welchen Fällen Sie einen Augenarzt aufsuchen sollten und wann eine Selbstbehandlung sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geschwollene Augen (Lidödem) entstehen, wenn sich Flüssigkeit im dünnen Gewebe der Augenlider einlagert. Betroffen sein kann ein Auge oder beide.
  • Häufig ist die Ursache harmlos: wenig Schlaf, Weinen, salzreiches Essen oder Alkohol. Die Schwellung geht meist im Tagesverlauf zurück.
  • Auch Allergien, Entzündungen wie ein Gerstenkorn oder innere Erkrankungen von Niere, Herz und Schilddrüse können dahinterstecken.
  • Rötung, starke Schmerzen, Fieber, eine Sehverschlechterung oder Atemnot sind Warnsignale. Dann sollten Sie rasch einen Augenarzt aufsuchen.
  • In unserer Praxis in St. Gallen klären wir die Ursache ab und behandeln gezielt. Bei akuten Beschwerden erhalten Sie kurzfristig einen Termin.

Was sind geschwollene Augen?

Wir Augenärzte sprechen von geschwollenen Augen, wenn sich im Gewebe der Augenlider Flüssigkeit ansammelt (Lidödem). Die Haut der Lider ist sehr dünn und besitzt kaum Fettgewebe. Deshalb macht sich schon eine kleine Wassereinlagerung als sichtbare Schwellung bemerkbar.

Betroffen sein können das Ober- oder das Unterlid, ein Auge allein oder beide gleichzeitig. Diese Verteilung liefert bereits erste Hinweise auf die Ursache.

Nicht zu verwechseln ist die morgendliche Schwellung mit echten Tränensäcken. Tränensäcke entstehen durch Fetteinlagerungen im Unterlid und sind meist alters- oder anlagebedingt. Eine wässrige Schwellung nach dem Aufstehen dagegen bildet sich in der Regel innerhalb weniger Stunden von selbst zurück.

Ursachen für geschwollene Augen

Die Bandbreite der Auslöser ist gross. Oft stecken harmlose Alltagsfaktoren dahinter, manchmal aber auch Allergien, Entzündungen oder Erkrankungen innerer Organe.

Harmlose Ursachen

Am häufigsten stecken alltägliche Gründe hinter geschwollenen Augen. Im Liegen fliesst die Lymphe langsamer ab, sodass sich über Nacht Flüssigkeit in den Lidern sammelt. Deshalb sind die Augen besonders morgens verquollen.

Auch Weinen führt zu Schwellungen, weil Tränenflüssigkeit ins umliegende Gewebe gelangt. Salzreiches Essen, Alkohol und zu wenig Schlaf begünstigen Wassereinlagerungen zusätzlich. Solche Schwellungen sind unbedenklich und verschwinden meist von selbst.

Allergien als Auslöser

Allergien gehören zu den typischen Ursachen geschwollener Oberlider. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Kosmetika und Haarfärbemittel können die Reaktion auslösen. Die Lider schwellen dann oft beidseitig an, jucken und sind gerötet, häufig zusammen mit tränenden Augen.

Eine besondere Form ist das Quincke-Ödem, eine plötzliche, ausgeprägte Schwellung im Gesicht. Kommt Atemnot hinzu, kann es sich um eine schwere allergische Reaktion handeln, die sofort notärztlich behandelt werden muss.

Entzündliche Augenerkrankungen

Entzündungen am Auge gehen oft mit einer örtlich begrenzten, meist einseitigen Schwellung einher. Ein Gerstenkorn ist eine schmerzhafte, bakterielle Entzündung am Lidrand. Es sollte niemals selbst ausgedrückt werden, da sich die Erreger sonst weiter ausbreiten können. In den allermeisten Fällen verschwindet es von selbst. 

Ein Hagelkorn entsteht durch eine verstopfte Liddrüse, entwickelt sich langsamer und ist häufig schmerzlos. In besonders hartnäckigen Fällen, entfernen wir Hagelkörner operativ in unserer Praxis in St. Gallen.

Auch eine Lidrandentzündung, eine Bindehautentzündung mit roten Augen oder eine Entzündung des Tränensacks im inneren Lidwinkel können die Lider anschwellen lassen. 

Geschwollene Augen als Zeichen innerer Erkrankungen

Seltener sind geschwollene Augen ein Hinweis auf eine Erkrankung im Körperinneren. Eine Nieren- oder Herzschwäche kann zu Wassereinlagerungen führen, die sich häufig beidseitig und vor allem morgens zeigen.

Erkrankungen der Schilddrüse spielen ebenfalls eine Rolle. Bei Morbus Basedow treten die Augen hervor und die Lider schwellen an, bei einer Unterfunktion kommt es zu Wassereinlagerungen im Gewebe. Eine gelbliche Verfärbung von Haut und Augen kann zudem auf ein Leberproblem hindeuten. Halten beidseitige Schwellungen an, sollten diese ärztlich abgeklärt werden.

Wir untersuchen Sie in St. Gallen

Ihre Augen sind geschwollen und Sie möchten wissen, woran es liegt? Warten Sie bei anhaltenden oder starken Beschwerden nicht ab. In unserer Praxis in St. Gallen klären wir die Ursache ab und beraten Sie persönlich.

Dr. Robert Nagy, Augenarzt in St. Gallen

Wann sollte ein Augenarzt aufgesucht werden?

Viele Schwellungen sind harmlos. Bestimmte Anzeichen sprechen jedoch dafür, dass mehr dahintersteckt und eine Untersuchung sinnvoll ist. Suchen Sie zeitnah einen Augenarzt auf, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:

  • eine plötzliche, starke Schwellung ohne erkennbaren Grund
  • eine Sehverschlechterung oder Doppelbilder
  • starke Schmerzen im oder um das Auge
  • Rötung und Überwärmung zusammen mit Fieber
  • eine Schwellung, die nach mehreren Tagen nicht zurückgeht oder immer wiederkehrt

Ein besonderer Notfall liegt vor, wenn zusätzlich zur Schwellung Atemnot auftritt. Das kann Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sein und erfordert sofortiges ärztliches Handeln. Bei akuten, ausgeprägten Beschwerden erreichen Sie uns über unsere Notfallsprechstunde in St. Gallen.

Begleitsymptome: Was verrät die Schwellung über die Ursache?

Die Art der Schwellung gibt oft schon erste Hinweise. Zwei Fragen helfen bei der Einordnung besonders: Ist nur ein Auge oder sind beide betroffen? Zeigt sich die Schwellung entzündet?

Ein- oder beidseitig geschwollen

Ist nur ein Auge geschwollen, liegt die Ursache meist örtlich. Dazu zählen ein Insektenstich, ein Gerstenkorn, eine Entzündung oder ein Fremdkörper im Auge.

Sind beide Augen betroffen, deutet das eher auf eine allgemeine Ursache hin, etwa eine Allergie, eine Wassereinlagerung nach dem Schlafen oder eine innere Erkrankung.

Entzündlich oder nicht entzündlich

Eine entzündliche Schwellung ist typischerweise gerötet, überwärmt und schmerzhaft. Sie spricht für eine Infektion, zum Beispiel ein Gerstenkorn oder eine Bindehautentzündung.

Eine nicht entzündliche Schwellung fühlt sich dagegen eher blass, kühl und schmerzlos an. Sie entsteht meist durch eine Wassereinlagerung oder eine allergische Reaktion.

Geschwollene Augen bei Kindern

Bei Kindern sind geschwollene Augen häufig. Oft ist die Ursache allerdings harmlos. Ein Insektenstich, eine Bindehautentzündung oder bei Säuglingen ein noch nicht vollständig durchgängiger Tränenkanal kommen als Auslöser infrage.

Vorsicht ist geboten, wenn die Schwellung stark gerötet und überwärmt ist, das Kind Schmerzen hat oder Fieber hinzukommt. Dann sollte rasch ein Augenarzt hinzugezogen werden, um eine tiefer gehende Entzündung der Augenhöhle auszuschliessen.

Ein grünes Ausrufezeichen

Als Kinderaugenarzt in St. Gallen untersuchen wir schon die Kleinsten kindgerecht und schonend.

Diagnose beim Augenarzt

Häufig lässt sich eine Lidschwellung schon mit blossem Auge einordnen. Für eine genaue Beurteilung setzen wir die Spaltlampenuntersuchung ein. Damit betrachten wir Lidränder, Bindehaut und Tränenwege unter starker Vergrösserung.

Im Gespräch klären wir mögliche Auslöser wie Allergien oder Kontakt mit reizenden Stoffen. Besteht der Verdacht auf eine allergische Ursache, ist manchmal eine ergänzende Allergiediagnostik sinnvoll. Deuten die Beschwerden auf eine innere Erkrankung hin, sind Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren beim Haus- oder Facharzt der nächste Schritt.

Behandlung geschwollener Augen

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache. Eine pauschale Therapie gibt es nicht. 

Bei einer Allergie helfen antiallergische oder kortisonhaltige Augentropfen. Steckt eine bakterielle Entzündung dahinter, kommen antibiotische Tropfen oder Salben zum Einsatz. Ein Gerstenkorn heilt oft mit Wärme und sorgfältiger Hygiene ab und muss nur selten geöffnet werden. Liegt eine Erkrankung von Niere, Herz oder Schilddrüse zugrunde, wird diese gezielt vom entsprechenden Facharzt behandelt, wodurch auch die Schwellung zurückgeht.

Das können Sie selbst gegen geschwollene Augen unternehmen

Bei einer harmlosen Wassereinlagerung können Sie selbst einiges tun, um die Schwellung zu lindern:

  • Die Augenpartie mit einem kühlen Waschlappen oder einem gekühlten Löffel sanft kühlen. Verzichten Sie auf direkten Eiskontakt.
  • Mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen, damit die Flüssigkeit nachts besser abfliesst.
  • Salzarm essen und über den Tag ausreichend trinken.
  • Alkohol reduzieren, da er Wassereinlagerungen fördert.
  • Reizende Kosmetika meiden und Kontaktlinsen bei geschwollenen, geröteten Augen vorübergehend weglassen.
Ein grünes Ausrufezeichen

Von der oft empfohlenen Hämorrhoidencreme auf den Lidern raten wir ab. Sie kann die empfindliche Haut rund um die Augen reizen und ist für die Augenpartie nicht geeignet. Halten Sie grundsätzlich alle Mittel vom Auge selbst fern und suchen Sie bei anhaltenden Beschwerden lieber unsere Praxis auf.

Geschwollene Augen in St. Gallen untersuchen lassen

In unserer Praxis am Roten Platz in St. Gallen untersuchen wir Ihre Augen sorgfältig, ordnen die Ursache ein und besprechen mit Ihnen die passenden nächsten Schritte.

Wir sind für Erwachsene und Kinder da und rechnen mit allen Schweizer Krankenkassen ab. Bei akuten Beschwerden vergeben wir kurzfristig Termine. Wir sind auch am Samstag für Sie erreichbar.

Häufige Fragen unserer Patienten zu geschwollenen Augen

Können geschwollene Augen von den Nieren oder der Leber kommen?

Ja. Eine Nieren- oder Herzschwäche kann zu Wassereinlagerungen führen, die sich häufig beidseitig und vor allem morgens zeigen. Eine gelbliche Verfärbung von Haut und Augen kann zudem auf ein Leberproblem hindeuten. Halten beidseitige Schwellungen an, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen.

Warum sind meine Augen morgens geschwollen?

Im Liegen fliesst die Lymphe langsamer ab, sodass sich über Nacht Flüssigkeit in den Unterlidern sammelt. Diese Schwellung geht in der Regel im Lauf des Vormittags von selbst zurück. Salzreiches Essen, Alkohol und wenig Schlaf können den Effekt verstärken.

Hilft Entwässern gegen geschwollene Augen?

Bei einer harmlosen Wassereinlagerung kann das helfen. Salzarme Ernährung, ausreichend trinken, Kühlen und Schlafen mit erhöhtem Oberkörper unterstützen den Abfluss. Entwässernde Medikamente sollten Sie nur nach Absprache mit einem Arzt einnehmen.

Wann ist ein geschwollenes Auge ein Notfall?

Treten zusätzlich zur Schwellung Atemnot auf, rufen Sie sofort den Notruf, da es sich um eine schwere allergische Reaktion handeln kann. Auch eine plötzliche starke Schwellung mit Sehverschlechterung, starken Schmerzen oder Fieber gehört umgehend abgeklärt.

Was tun bei einem geschwollenen Auge beim Kind?

Oft ist die Ursache harmlos, etwa ein Insektenstich oder eine Bindehautentzündung. Ist die Schwellung jedoch stark gerötet, überwärmt und schmerzhaft oder kommt Fieber hinzu, sollten Sie rasch einen Augenarzt aufsuchen, um eine Entzündung der Augenhöhle auszuschliessen.

Dr. med. (H) Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy ist ein erfahrener Facharzt für Augenheilkunde mit fundierter Ausbildung und internationaler Spezialisierung. Seine medizinische Laufbahn führte ihn an renommierte Kliniken in der Schweiz, Grossbritannien und den USA.

Er vereint höchste fachliche Kompetenz mit einem ausgeprägten Einfühlungsvermögen – Eigenschaften, die seine Patienten besonders an ihm schätzen.

Hier können Sie mehr über Dr. Richard Nagy erfahren.
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